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Artikel

„Don’t worry, be happy“?

Das Happy-Victimizer-Phänomen im berufs- und wirtschaftspädagogischen Kontext

Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik
Band 111 / 2015 / Heft 1
S. 31–55

Details

Ergebnisse verhaltensökonomischer Experimente weisen auf ein Handlungs- und Attributionsmuster hin, das in ähnlicher Struktur bereits in der Entwicklungs- und Moralpsychologie, dort allerdings nur bei Kindern, beobachtet wurde und unter dem Namen des „Happy Victimizers“ firmiert: Personen kennen und akzeptieren in einer gegebenen Situation eine moralische Regel, gehen aber dennoch davon aus, dass der Protagonist (und in vielen Fällen auch sie selbst) sich gut fühlen würde(n), würde die Regel übertreten. Das eigene Vorteilsdenken „siegt“ gewissermaßen über die moralische Regel. In der Entwicklungspsychologie erklärt man dieses Happy-Victimizer-Pattern (HVP) mit einem Mangel an moralischer Motivation, der im Laufe der späten Kindheit überwunden wird. Inzwischen mehren sich jedoch empirische Hinweise darauf, dass ähnliche Muster auch bei Erwachsenen, insbesondere im wirtschaftlichen Kontext zu finden sind. Man denke nur etwa an Fälle von Korruption oder Steuerhinterziehung. Der vorliegende Beitrag zeigt anhand zweier Interviewstudien und einer Fragebogenstudie, dass das HVP in wirtschaftlichen Kontexten auch im Erwachsenenalter zu beobachten ist. Die Diskussion beleuchtet mögliche Erklärungsansätze für das HVP im Erwachsenenalter, methodenkritische Aspekte der Erfassung des HVP sowie wirtschafts- und moralpädagogische Implikationen der Befunde.

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