Product was successfully added to your shopping cart.
Artikel

Inklusives Übergangssystem: Wie sie werden, was sie sein könnten

Erkenntnistheoretische Bestimmung und empirische Grundlagen von Bildungsprojekten in Übergängen beruflicher Bildung

Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik
Band 110 / 2014 / Heft 2
S. 257–273

Details

Bei der spezifischen Übergangsproblematik, wie sie im Übergangssystem als Teil des deutschen berufsbildenden Systems institutionalisiert ist, handelt es sich offensichtlich um ein Phänomen sozialer Ungleichheit insofern, als dass eine typische Bündelung von objektiven Lebensbedingungen und subjektiven Einstellungen und Bewusstseinsformen der Teilnehmer des Übergangssystem über deren interaktive Interpretationsprozesse und kollektive Erfahrungen geschaffen werden und zu spezifischen Lebensstilen verschmelzen, welche bestimmte Milieus von Exklusion bzw. Ausgeschlossenen reproduzieren. Die Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft steht nun vor der Herausforderung, den Sachverhalt der Übergangsproblematik empirisch reflektierend zu erfassen, kritisch-distanziert im Hinblick auf Ex- und Inklusionsprozesse zu analysieren und (Möglichkeits-)Räume für bisher nicht verwirklichte Potentialentwicklung und -entfaltung zu generieren.

Der in diesem Beitrag fokussierte bildungswissenschaftliche Ansatz nimmt insbesondere diese Übergange an der sogenannten ‚ersten Schwelle‘ vom allgemeinen Teil des Bildungssystems in das berufsbildende System in den Blick. Ausgehend vom Fall (als Exemplum mit Transferpotential) wird gezeigt, wie Risikolagen und sich daraus ergebende Öffnungen bzw. Schließungen im Hinblick auf Bildungsprozesse empirisch (er)fassbar sind. Hierzu wird fallspezifisch der Sozialraum als Beziehungsgeflecht in den Blick genommen, indem triangulativ - als Ergebnis der Auswertung eines erkenntnistheoretischen Implikationszusammenhanges - unterschiedliche, qualitative Forschungsmethoden als Zugang (biographische Interviews; rekonstruktive Arbeit mit von Probanden erstellten Materialien wie Texte, Fotos, Filmclips, Graffiti, Malerei, Fallstudien etc.) begründet werden. Sie kommen als jeweils neu zu generierende methodische Designs im Rahmen von Bildungsprojekten zur Anwendung. Insofern verdichten wir das erziehungswissenschaftliche Erkenntnisinteresse ‚Generierung von Möglichkeitsräumen für Jugendliche im Übergangssystem‘ in einer lebensweltoffenen Sozialraumgestaltung, die gleichsam Anreize für einen disziplinären, methodologisch-methodischen Diskurs liefert.

Also Purchased