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Landschaftliches Hochdeutsch

Rekonstruktion der oralen Prestigevarietät im ausgehenden 19. Jahrhundert

Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte
Band 168

1. Edition
(2017)
302 Pages, 3 schw.-w. u. 3 farb. Abb., 49 schw.-w. Tab., 24 schw.-w. , 22 farb.
ISBN 978-3-515-11679-4 (Print)
ISBN 978-3-515-11680-0 (eBook)

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https://elibrary.steiner-verlag.de/book/99.105010/9783515116800

Bereits lange vor der Etablierung einer nationalen Standardaussprache haben sich Sprecher in der mündlichen Kommunikation einer Form des Hochdeutschen bedient, wenn sie entweder überregional verstanden werden oder durch ihre Sprachverwendung ein gewisses Prestige erlangen wollten. In der Wissenschaft besteht Konsens, dass dieses landschaftliche Hochdeutsch regional divergent und zudem dialektal geprägt gewesen sein muss. Eine empirische Basis für diese Annahme fehlte bisher jedoch weitgehend. Brigitte Ganswindt rekonstruiert erstmals das landschaftliche Hochdeutsch des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf einer breiten empirischen Grundlage hinsichtlich seiner phonetisch-phonologischen Merkmale. Sie zeigt, dass das landschaftliche Hochdeutsch je nach Region unterschiedlich stark regional bzw. dialektal geprägt war. Mit den Ergebnissen belegt Ganswindt nicht nur, dass die historische Prestigevarietät hinsichtlich ihrer lautlichen Merkmale diatopisch verschieden war, sie zeigt auch Raumstrukturen des landschaftlichen Hochdeutsch auf und zeichnet seine Entwicklung zu den modernen standardnahen Registern nach.

Brigitte Ganswindt
Brigitte Ganswindt ist wissenschaftliche Redakteurin des Forschungszentrums "Deutscher Sprachatlas" in Marburg, zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Arbeitsgruppenleiterin im Forschungsprojekt "Regionalsprache.de" (REDE). Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Variationslinguistik, Dialektologie und die Rekonstruktion historischer Mündlichkeit.

  • DANKSAGUNG5-7
  • INHALTSVERZEICHNIS7-11
  • 1 EINLEITUNG11-15
  • 2 LANDSCHAFTLICHES HOCHDEUTSCH: GEGENSTANDSKONSTITUTION UND -BESCHREIBUNG15-41
    • 2.1 Zur Entstehung und zum Status der Varietät des landschaftlichen Hochdeutsch15-21
    • 2.2 Motive der Sprecher des landschaftlichen Hochdeutsch21-25
    • 2.3 Der Weg zur deutschen Standardsprache25-36
    • 2.4 Die Weiterentwicklung des landschaftlichen Hochdeutsch36-41
  • 3 FORSCHUNGSSTAND41-47
  • 4 EIGENE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG47-63
    • 4.1 Forschungsfragen47-49
    • 4.2 Quellen zur Rekonstruktion des landschaftlichen Hochdeutsch49-59
    • 4.3 Aufbau der Untersuchungen59-63
  • 5 WILHELM VIËTOR „BEITRÄGE ZUR STATISTIK DER AUSSPRACHE DES SCHRIFTDEUTSCHEN“ (1888–1890)63-161
    • 5.1 Quellenlage und -kritik63-68
    • 5.2 Methodik68-72
    • 5.3 Rekonstruktion linguistischer Merkmale des landschaftlichen Hochdeutsch72-74
    • Exkurs: Zur Aussprachevariation bei /eː/, /ɛː/ und /ɛ/74-137
    • 5.4 Zwischenfazit und Übersicht der Untersuchungsvariablen137-140
    • 5.5 Raumstrukturen des landschaftlichen Hochdeutsch140-158
    • 5.6 Zusammenfassung158-161
  • 6 DYNAMIK DIACHRONE VERÄNDERUNGEN VOM LANDSCHAFTLICHEN HOCHDEUTSCH ZUM REGIOLEKT161-193
    • 6.1 Mülheim an der Ruhr und Remscheid163-171
    • 6.2 Gotha, Erfurt, Artern an der Unstrut und Nordhausen am Harz171-175
    • 6.3 Segeberg und Ostfriesland175-179
    • 6.4 Hannover179-182
    • 6.5 Flensburg182-185
    • 6.6 Westliches Ostfriesland185-188
    • 6.7 Zusammenfassung und Fazit188-193
  • 7 SCHRIFTSPRACHORIENTIERTE FEHLSCHREIBUNGEN SEKUNDÄRANALYSE DES „SPRACHATLAS DES DEUTSCHEN REICHS“ (1888–1923)193-269
    • 7.1 GEORG WENKERS „Sprachatlas des Deutschen Reichs“194-196
    • 7.2 Die zeitgenössische Rezeption als Mittel zur Rekonstruktion196-199
    • 7.3 Analysepotential des Wenker-Atlasses199-212
    • 7.4 Besonderheiten der Rekonstruktion gesprochener Sprache aus schriftlichen Quellen212-222
    • 7.5 Methodik222-231
    • 7.6 Beispielanalysen231-265
    • 7.7 Zusammenfassung265-269
  • 8 FAZIT269-273
  • LITERATURVERZEICHNIS273-292
  • ANHANG292--1