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Nationalisierung der deutschen Oper im späten Vormärz 1840–1848



1. Edition
(2017)
274 Pages, 17 schw.-w. Abb.
ISBN 978-3-515-11719-7 (eBook)

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https://elibrary.steiner-verlag.de/book/99.105010/9783515117197

Während des sogenannten späten Vormärz, der 1840 mit der Rheinkrise begann und bis zum Ausbruch der 1848er Märzrevolution reichte, herrschte in Deutschland eine aufgeheizte Stimmung. Auslöser waren Spannungen mit Nachbarstaaten und eine wachsende Unzufriedenheit des aufstrebenden Bürgertums über die bestehenden Verhältnisse. Als Folge davon gewann die Idee eines deutschen Nationalstaats, von dem man sich eine Lösung für die Probleme versprach, breiten Zuspruch. Die zentrale Rolle, die der eigenen Nation und allem, was mit ihr in Verbindung gebracht wurde, damit zukam, schlug sich in einer tiefgreifenden Veränderung des politischen und gesellschaftlichen Lebens nieder. Auch bei der deutschen Oper, die ein Nischendasein führte und als unpolitisch, realitätsfern und vor allem als reformbedürftig galt, setzte ein Wandel ein. Gefördert wurde dies besonders von Anhängern der Nationalstaatsidee, die glaubten, durch die Nationalisierung der Oper auch zur nationalen Mobilisierung der Gesellschaft und zur politischen Einheit Deutschlands beitragen zu können. Natalia Nicklas geht in diesem Band den zugrundeliegenden theoretischen Vorstellungen nach und fragt nach ihrer Umsetzung in der Praxis.

Natalia Nicklas
Natalia Nicklas studierte Chordirigieren an der weißrussischen Musikakademie in Minsk sowie Musikwissenschaft, Pädagogik und Wirtschaftswissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach dem Studium arbeitete sie freiberuflich als Musiklehrerin, Dirigentin und Musikwissenschaftlerin. Seit 2015 ist sie hauptberuflich im Berliner Schuldienst tätig. Promotion 2016 im Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften an der Freien Universität Berlin.

  • VORWORT7-9
  • INHALT9-11
  • EINLEITUNG11-22
  • A. NATIONALE BESTREBUNGEN IM MUSIKBEREICH22-48
    • I. MUSIKALISCHE „ASSOCIATIONEN“, VERSAMMLUNGEN UND FESTE22-38
      • 1. Männergesang- und Musikfeste23-27
      • 2. Denkmalfeste für deutsche Komponisten27-31
      • 3. Die erste Versammlung deutscher Tonkünstler und Musikfreunde in Leipzig31-38
    • II. „DIE MUSIKALISCHE NATION PAR EXCELLENCE“ UND DIE NATIONALE MISSION DER OPER38-48
  • B. DISKUSSION EINER „NEUEN DEUTSCHEN OPER“48-127
    • I. VORGEFUNDENER ZUSTAND DER „ERNSTEN“ DEUTSCHEN OPER48-60
      • 1. Niedergang und Hoffnung48-50
      • 2. Hindernisse, Defizite und Stellungnahmen50-60
    • II. ANFORDERUNGEN UND VORSCHLÄGE60-97
      • 1. Rahmenbedingungen zur Förderung der deutschen Oper60-76
      • 2. Text und Opernbuch76-97
      • 3. Musik und Partitur97-127
  • C. NATIONALE BOTSCHAFTEN IN SPÄTVORMÄRZLICHEN DEUTSCHEN OPERN127-194
    • I. DEUTSCHE VERGANGENHEIT127-148
      • 1. Deutsche „historische“ Opern der 1840er-Jahre127-134
      • 2. Gründe für ausbleibende Erfolge134-143
      • 3. Mythen und Sagen als historische „Alternativstoffe“143-148
    • II. DEUTSCHES WESEN148-160
      • 1. Nationale Selbstinszenierung als Mobilisierungsmittel148-151
      • 2. Oper als „nationale Erziehungsstätte“151-160
    • III. DEUTSCHE EINHEIT160-183
      • 1. Politische Einheit Deutschlands162-183
      • 2. Deutscher Partikularismus versus nationale Einheit183-194
  • ZUSAMMENFASSUNG194-197
  • ANHANG197-269
    • 1. ABBILDUNGSVERZEICHNIS197-199
    • 2. ABBILDUNGEN199-243
    • 3. AUSGEWERTETE QUELLEN243-254
    • 4. LITERATUR254-267
    • 5. ABKÜRZUNGEN267-269
    • 6. PERSONENREGISTER269--1