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Die Ursachen für den Zusammenbruch der Sowjetunion (1917–1945)

Eine ordnungstheoretische Analyse

Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Band 132.1

1. Edition
(2017)
268 Pages, 11 schw.-w. Abb., 16 schw.-w. Fotos, zahlreiche Tabellen
ISBN 978-3-515-11843-9 (Print)
ISBN 978-3-515-11846-0 (eBook)

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https://elibrary.steiner-verlag.de/book/99.105010/9783515118460

Der ordnungstheoretische Ansatz bietet die wissenschaftlichen Grundlagen für diese dreiteilige Interpretation der Wirtschaftsgeschichte der Sowjetunion und der SBZ/DDR. Die makroökonomische ordnungstheoretische Analyse basiert auf W. Eucken und der mikroökonomische Ansatz auf E. Gutenberg.

Im Gefolge der Oktoberrevolution von 1917 unternahmen Lenin und Stalin in der Sowjetunion auf der Basis der Theorien von Marx und Engels ein gigantisch utopisch-holistisches Experiment. Als Modell diente ihnen die deutsche Kriegswirtschaft im Ersten Weltkrieg. Im totalen Krieg (1914–1918, und auch 1939–1945) wurde die Produktionsgüterindustrie auf Kosten der Verbrauchsgüterindustrie ausgebaut. Unter Lenin wurden zudem die Banken, das Eigentum an Grund und Boden sowie die Unternehmen der Großindustrie konfisziert und damit die Grundlagen für Stalins ersten Fünfjahresplan (1928–1932/33) gelegt. Gesteuert wurde die sozialistische Zentralplanwirtschaft politisch, mittels Direktiven.

Die bevorzugte Entwicklung der Schwerindustrie (vor allem der Rüstungsindustrie) auf Kosten der Konsumgütererzeugung sollte bis zum Zusammenbruch 1989/91 das Hauptmerkmal aller Fünfjahrespläne in der Sowjetunion bleiben.

  • ERSTER TEIL7-11
  • Zur Einführung11-23
  • I. Zur Genealogie der Ordnungstheorie: Wirtschaftsordnungen werden durch die Planungs- und Lenkungssysteme in Verbindung mit den Eigentumsverhältnissen an den Produktionsmitteln abgegrenzt23-59
    • 1. Die Theorielosigkeit der politisch natural gesteuerten sozialistischen Zentralplanwirtschaft23-24
    • 2. Das Erkennungsobjekt der Politischen Ökonomie des Sozialismus24-28
    • 3. Wirtschaftsgeschichte ist ohne Wirtschaftstheorie nicht möglich28-30
    • 4. Zur Genealogie der Ordnungstheorie: Um die Wirtschaftssysteme vergleichen zu können, sind die Instrumente der Ordnungstheorie unentbehrlich30-56
      • 4.1. Die Erkenntnisobjekte der Volks- und der Betriebswirtschaftslehre30-31
      • 4.2. Die Wirtschaftsordnungen werden durch die Planungs- und Lenkungssysteme in Verbindung mit den Eigentumsverhältnissen an den Produktionsmitteln abgegrenzt31-35
      • 4.3. Die Stellung des Konsumenten in der Marktwirtschaft und in der politisch natural gesteuerten sozialistischen Zentralplanwirtschaft35-43
      • 4.4. Die Ordnungstheorie entsteht in Auseinandersetzung mit der Historischen Schule, dem Sozialismus und der politisch natural gelenkten nationalsozialistischen Wirtschaft43-53
      • 4.5. K. Paul Hensel und die Forschungsstelle der Universität Marburg zum Vergleich wirtschaftlicher Lenkungssysteme53-55
      • 4.6. Die Bedeutung von Karl C. Thalheim für die wirtschaftliche Erforschung der SBZ / DDR55-56
      • 4.7. Der Beitrag des Betriebswirtschaftslehrers Erich Gutenberg zur Erforschung der politisch natural gesteuerten sozialistischen Zentralplanwirtschaft56-59
  • II. Ideologische Grundlagen: Marxistisch-leninistisch-stalinistische Weltanschauung, Religion und der „Neue Mensch“59-89
    • 1. Marx’ Weltanschauung ersetzt Religion durch Aberglauben59-64
    • 2. Sozialdemokratie und Revisionismus bis 1917 und die Abspaltung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) von der SPD 1918/1964-71
    • 3. Die wissenschaftliche Kritik am sozialistischen Zukunftsstaat71-74
    • 4. Aberglaube, religiöser Glaube, Religion, Atheismus, Anthropologie, Bewußtheit und Ideologie auf der Grundlage der marxistisch-leninistischen Philosophie74-80
    • 5. Der Neue Mensch: Die Utopie des sozialistischen Menschenbildes80-85
    • 6. Die Erziehung des „Neuen Menschen“85-89
  • III. Die Rückwirkungen der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges (1914-1918), die wirtschaftsordnungspolitischen Experimente in Rußland, Ungarn, Deutschland und Österreich und die Ludwig von Mises-These, daß eine Wirtschaftsrechnung im marktlosen Sozialismus unmöglich ist89-141
    • 1. Die Folgen der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges (1914-1918). Die erste Periode oder die Vorstufe der sowjetischen Expansion nach außen 1918-1923: Wirtschaftsordnungspolitische Experimente in Rußland, Ungarn, Deutschland und Österreich89-97
    • 2. Die wirtschaftsordnungspolitischen Experimente in der Sowjetunion 1917-1927: Die Konfiskationen des Privateigentums in der Sowjetunion nach 1917 als Modell für das Vorgehen in der Sowjetisch besetzten Zone Deutschlands ab 194597-104
      • 2.1. Die konfiszierten Banken werden zu einem zentralen Kassen- und Abrechnungsapparat transformiert97-98
      • 2.2. Konfiskation des Eigentums an Grund und Boden98-99
      • 2.3. Konfiskation der Betriebe der Großindustrie99-100
      • 2.4. Der Stand der ökonomischen Theorie in Rußland 1928100-104
    • 3. Die erste Periode oder die Vorstufe der sowjetischen Expansion nach außen 1918-1923: Wirtschaftsordnungspolitische Experimente in Rußland, Ungarn, Deutschland und Österreich104-112
    • 4. Die Mises-These über die Unmöglichkeit einer Wirtschaftsrechnung in der marktlosen sozialistischen Zentralplanwirtschaft112-129
      • 4.1. Die Wirtschaftsrechnung der Wirtschaftssubjekte. Die theoretischen Ansätze von Ludwig von Mises: Carl Mengers „Grundsätze der Volkswirthschaftslehre“ (1871)112-115
      • 4.2. Die Wirtschaftsrechnung in den modernen arbeitsteiligen Volkswirtschaften115-124
      • 4.3. Ludwig von Mises theoretische Analyse, daß eine Wirtschaftsrechnung im marktlosen Sozialismus unmöglich ist124-129
      • 4.4. Die Debatte um die Wirtschaftsrechnung im Sozialismus129-141
  • IV. Die drei ersten „Fünfjahrespläne des sozialistischen Aufbaus der UdSSR“ (1928-1942), die Kreditreform vom 30. Januar 1930 als Modell für die Transformation in der Sowjetisch besetzten Zone Deutschlands und der Außenhandel Rußlands (1891-1938)141-217
    • 1. Die KPdSU-Nomenklatura: Die herrschende Klasse im Realsozialismus der Sowjetunion141-144
    • 2. Stalins politische Steuerung der Industrialisierung: „Primat der Schwerindustrie mit dem wichtigsten Ziel, die Kriegs- und Polizeimaschinerie des KPdSU-Nomenklaturastaates aufzurüsten“144-198
      • 2.1. Der „Fünfjahresplan des sozialistischen Aufbaus der UdSSR“ 1928/29 bis 1932/33 im Dienst von Stalins messianischer Expansionspolitik und als Referenzmodell für die SBZ/DDR153-168
      • 2.2. Die technische Ausrüstung für Stalins forcierte Industrialisierung im Fünfjahresplan 1928/32 lieferten die USA, Deutschland und England168-196
      • 2.3. Der zweite Fünfjahresplan (1933-1937) und der dritte Fünfjahresplan (1938-1942)196-198
    • 3. Die Kreditreform vom 30. Januar 1930 in der Sowjetunion wird nach 1945 auf die Sowjetisch besetzte Zone Deutschlands übertragen198-202
    • 4. Das sowjetische Vorbild für die Transformation der Landwirtschaft („Bodenreform“) in der SBZ / DDR202-207
    • 5. Der Außenhandel Rußlands 1891-1913 und nach der „Großen Sozialistischen Oktoberrevolution 1917“ bis 1938 und die Rückwirkungen auf Deutschland207-213
      • 5.1. Rußland stand 1913 als Weltproduzent bei Weizen, Roggen und Gerste an erster Stelle207-209
      • 5.2. Der Außenhandel der Sowjetunion nach der „Großen Sozialistischen Oktoberrevolution 1917“ bis 1938. Verzicht auf die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung zugunsten einer radikalen, auf Kosten der Sowjetbevölkerung durchgeführten Industrialisierung209-213
      • 5.3. Die Rückwirkungen: Kanada, Argentinien und die USA übernehmen die Rolle Rußlands nach dessen Ausfall (ab 1914) als Getreidelieferant Deutschlands213-217
  • V. Im Gefolge der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution von 1917 unternehmen Lenin und Stalin auf der Basis von Karl-Marx ein gigantisches utopisch-holistisches Experiment, das zum ökonomisch determinierten Zusammenbruch 1990/91 führte217--1