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Die Weltchronik des Johannes Malalas

Autor – Werk – Überlieferung

Malalas-Studien
Band 1

1. Edition
(2016)
310 Pages, 7 farb. Abb.
ISBN 978-3-515-11099-0 (Print)
ISBN 978-3-515-11868-2 (eBook)

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https://elibrary.steiner-verlag.de/book/99.105010/9783515118682

Die 18 Bücher umfassende Chronik des Johannes Malalas stellt das älteste erhaltene Beispiel einer byzantinischen Weltchronik dar und bietet damit singuläre Einblicke in die Frühphase einer literarischen Gattung, die für das byzantinische Mittelalter zentrale Bedeutung besessen hat. Die moderne Forschung sieht das Werk als eine wichtige zeithistorische Quelle für die Geschichte des 5. und 6. Jahrhunderts n. Chr., das auch Einblicke in kultur- und mentalitätsgeschichtliche Aspekte erlaubt.

Trotz steigenden Forschungsinteresses sind viele grundlegende Fragen nach wie vor offen: Welche Ausbildung hat Malalas durchlaufen, woran hat er geglaubt? In welche Gattung gehört sein Werk, das gemeinhin Chronik genannt wird? Kann mittels anderer Textzeugnisse der verlorene Urtext des Malalas erschlossen werden?

Im ersten Band der Malalas-Studien, der die Ergebnisse der Auftakttagung des Tübinger Projektes zur historischen und philologischen Kommentierung der Chronik präsentiert, werden insbesondere drei Schwerpunkte beleuchtet: die Frage nach der Person des Autors, nach der Überlieferung seiner Chronik und der mittelalterlichen (mehrsprachigen) Malalas-Tradition sowie die Frage nach der Gattung der Chronik und ihrer zeitgeschichtlichen sowie intellektuellen Verankerung.

Mischa Meier
Mischa Meier, geb. 1971.
Promotion 1998 an der Ruhr-Universität Bochum mit einer Arbeit zum frühen Sparta; Habilitation 2002 an der Universität Bielefeld mit einer Arbeit zur oströmischen Geschichte im 6. Jh. n. Chr. Seit 2004 Professor für Alte Geschichte an der Universität Tübingen.
Forschungsschwerpunkte: Archaisches und klassisches Griechenland, römische Kaiserzeit, Spätantike, Rezeptions- und Wirkungsgeschichte der Antike.

Christine Radtki
Christine Radtki, Studium der Klassischen Philologie, der Geschichtswissenschaft sowie der Italianistik an der Universität zu Köln und der Università degli Studi di Torino; Promotion an der Universität zu Köln und der University of Cambridge; 2013–2015 wissenschaftliche Angestellte im Projekt "Historisch-Philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas" der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Derzeit Referentin der Stabsstelle Exzellenzstrategie des Wissenschaftsrates in Köln. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte der Spätantike sowie antike Historiographie.

Fabian Schulz
Fabian Schulz studierte in Berlin, Oxford und Paris Klassische Philologie und promovierte in Alter Geschichte. Als erster Althistoriker wurde er im Jahr 2015 ins Emmy Noether-Programm der DFG aufgenommen und leitet seitdem die Nachwuchsgruppe "Macht und Einfluss. Einflussnahme auf den Herrscher zwischen Antike und Mittelalter", die in Tübingen angesiedelt ist.

  • Inhalt5-7
  • Einleitung. Zur Entwicklung der Malalas-Forschung – einige Orientierungslinien (Mischa Meier, Christine Radtki, Fabian Schulz)7-25
  • I. Malalas – Person, Werk und Umfeld25-91
    • Die christliche Paideia des Johannes Malalas (Johann Martin Thesz)27-45
    • Miaphysitische Tendenzen bei Malalas? (Volker Henning Drecoll)45-59
    • Malalas’ Antioch (Catherine Saliou)59-77
    • Malalas and the Representation of Justinian’s Reign: a Few Remarks (Philippe Blaudeau)77-91
  • II. Die Gattung der „Chronik“91-137
    • The Historiographical Position of John Malalas. Genre in Late Antiquity and the Byzantine Middle Ages (R. W. Burgess and Michael Kulikowski)93-119
    • John Malalas: from computation to narration (Anne-Marie Bernardi et Emmanuèle Caire)119-137
  • III. Zur Überlieferung der Malalas-Chronik137-287
    • III.1 Handschriften137-167
      • The manuscript transmission of Malalas’ chronicle reconsidered (Elizabeth Jeffreys)139-153
      • Fragmentum Tusculanum II und die Geschichte eines Zankapfels (Fabian Schulz)153-167
    • III.2 Literarische Beziehungen167-267
      • Malalas and Procopius (Geoffrey Greatrex)169-187
      • Die Osterchronik und Johannes Malalas. Aspekte der Rezeption (Christian Gastgeber)187-225
      • Die Indiktionsangaben bei Johannes Malalas und in der Osterchronik (Erika Juhász)225-239
      • John Malalas in the Excerpta Constantiniana de Insidiis (EI): a philological and literary perspective (Pia Carolla)239-253
      • John of Antioch reloaded: a tutorial (Sergei Mariev)253-267
      • John Malalas as a source for John of Antioch’s Historia Chroniké.The evidence of the Excerpta historica Constantiniana (Umberto Roberto)267-287
      • Die Weltchronik des Johannes Malalas und die Kirchengeschichte des Nikephoros Xanthopulos Kallistos (Dariusz Brodka)287--1