Universitäten im Wettbewerb

Deutschland von den 1980er Jahren bis zur Exzellenzinitiative

Wissenschaftskulturen. Reihe III: Pallas Athene
Band 52

1. Edition
(2019)
401 Pages, 2 schw.-w. Abb.
ISBN 978-3-515-12337-2 (Print)
ISBN 978-3-515-12343-3 (eBook)

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Mit der Exzellenzinitiative richtete die deutsche Wissenschaftspolitik das Hochschulsystem neu aus. Das Ziel: international konkurrenzfähige Spitzenuniversitäten durch einen verschärften Wettbewerb. So einschneidend diese Zäsur auch war, hat das Exzellenzprogramm doch eine längere Vorgeschichte. Denn bereits seit dem Abbruch des Hochschulausbaus in den 1970er Jahren entwickelten sich – teils politisch forciert, teils infolge schwindender finanzieller Spielräume des Staates – neue Formen des Wettbewerbs zwischen Universitäten um Geld, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und Prestige, die zunehmend internationale Dimensionen gewannen.

Alexander Mayer untersucht die Entstehung interuniversitärer Konkurrenzverhältnisse seit den frühen 1980er Jahren anhand von sechs Fallbeispielen: der FU Berlin, der Universität Bielefeld, der TU München, der FSU Jena, der Universität zu Köln und der Carl von Ossietzy Universität Oldenburg. Auf dieser Grundlage kann Mayer die Folgen des Wettbewerbs zeigen – sowohl für die Machtverhältnisse an den Universitäten als auch für Forschung und Lehre.

Alexander Mayer
Alexander Mayer studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik an der LMU München und an der Université de Perpignan. Von 2015 bis 2017 arbeitete er als Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeitgeschichte an der LMU München, wo er 2018 mit der Arbeit "Universitäten im Wettbewerb" promoviert wurde. Aktuell ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Bundeswehr München tätig und forscht zur Geschichte der Leistungsgesellschaft.

  • Inhalt
  • Einleitung
  • I. Konkurrenz nach dem Abbruch des Hochschulausbaus
    • 1. Die staatliche Grundfinanzierung als knappes Gut
    • 2. Neue Prioritäten: „Zukunftstechnologien“ und „Schwerpunktbildung“
    • 3. Der Modus politischer Konkurrenz
    • 4. Konkurrenz um die Besetzung neuer wissenschaftlicher Felder
    • 5. Drittmittel als Leistungsnachweis
    • 6. Folgeprobleme der expandierenden Drittmittelforschung
  • II. Konkurrenz und Kooperation im Umbruch: Die Transformation des ostdeutschen Hochschulsystems
    • 1. Die ostdeutschen Hochschulen: „konkurrenzfähig“?
    • 2. Der personelle Umbruch an den ostdeutschen Universitäten
    • 3. Die Neuordnung der ostdeutschen Hochschullandschaft
    • 4. Konkurrenz im wiedervereinten Berlin
  • III. Das Wettbewerbsparadigma
    • 1. Eine hochschulpolitische „Wende“?
    • 2. Das Wettbewerbsparadigma auf dem Weg zum hochschulpolitischen common sense
    • 3. Präsidenten und Rektoren als Hochschulmanager
    • 4. Kompetitive Profilbildung
    • 5. Alte Ansichten und neue Konflikte
    • 6. Die Erschließung neuer Ressourcen: Fundraising und Wirtschaftskontakte
  • IV. „Leistungsindikatoren“: Formalisierung der Konkurrenz
    • 1. Die Quantifizierung wissenschaftlicher „Leistungen“
    • 2. „Leistungsorientierte Mittelverteilung“
    • 3. Universitätsinterne Konkurrenz
    • 4. Die Folgen der „Tonnenideologie“
    • 5. Evaluation: „Experten“ als neue Dritte
  • V. Rankings
    • 1. Neue Dritte
    • 2. Konkurrenz um Studierende?
    • 3. Konkurrenz um Prestige
    • 4. Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
    • 5. Der öffentliche Umgang mit Rankings: Kritik und Opportunismus
  • VI. Der globale „Kampf um die klügsten Köpfe“
    • 1. Sorgen um den „Wissenschaftsstandort“ Deutschland
    • 2. Kompetitive „Internationalisierung“
    • 3. „Europäisierung“ als Konkurrenzstrategie
  • VII. Die Exzellenzinitiative
    • 1. Die Aushandlung eines neuen Wettbewerbs
    • 2. Ein neues Konkurrenzsystem
    • 3. „Wettbewerbsföderalismus“
    • 4. Wettbewerb ohne Ende oder das Ende des Wettbewerbs?
  • Resümee
  • Danksagung
  • Anhang
    • Abkürzungsverzeichnis
    • Quellenverzeichnis
    • Gedruckte Quellen und Literatur
    • Namensregister